19.09.2017

Vorteile Rasensaat im Herbst

Rasensaat Früjahr oder Herbst, was ist besser ?

Frühjahrssaat
In der Praxis werden die meisten Aussaaten im Frühjahr vorgenommen. Dann aber häufig auch noch zu früh, denn Rasensaatgut keimt erst ab einer Bodentemperatur von mindestens 10 °C optimal. Diese Temperatur wird im Boden meist erst Anfang bis Mitte Mai erreicht. Oft gibt es in diesem Zeitraum auch schon ausgeprägte Hitze- und Trockenperioden. Sie erschweren das ständige und vor allem ausreichende Feuchthalten des Keimbettes. Der Erfolg ist oft bescheiden und es entwickelt sich kein gleichmäßig dichter Rasen.


Herbstsaat
Dabei kann diese Problematik einfach umgangen werden, indem man im Spätsommer bzw. frühen Herbst die Neueinsaat oder die Nachsaat der bestehenden Rasenfläche durchführt. Dann hat der Boden die Wärme des Sommers gespeichert und der Keimvorgang kann optimal ablaufen. Extreme und andauernde Hitze ist auch nicht mehr zu erwarten und die häufigeren Niederschläge erleichtern das Feuchthalten des Keimbettes.

Das Keimbett darf nach beginnender Keimung nicht mehr austrocknen. Dies bedeutet, dass bei fehlenden natürlichen Niederschlägen mehrmals täglich für jeweils fünf bis zehn Minuten beregnet werden muss. Feine Wassertropfen sind ideal, zu große Wassertropfen verursachen schnell Abschwemmungen und verschlämmen die Oberfläche.

Die in einer Mischung enthaltenen Rasengräser haben Keimzeiten zwischen ein und drei Wochen. Damit die langsam keimenden Gräser (z.B. die Wiesenrispe, Poa pratensis) auch das Licht der Welt erblicken, muss die Wasserversorgung über mindestens drei Wochen sichergestellt sein. Andernfalls fehlen dem Rasen für seine Funktion und sein optisches Erscheinungsbild wichtige Gräser.

Ein weiterer Vorteil der Herbstsaat ist der gegenüber dem Frühjahr deutlich reduzierte Unkrautdruck. Von Natur aus keimen die im Boden befindlichen Unkrautsamen im Herbst nicht mehr oder nur noch in sehr geringem Umfang. Die Gräser können sich somit ohne diese Konkurrenz entwickeln und noch vor Winter einen schönen Rasen bilden.

Bei einer neu anzulegenden Rasenfläche kann man die Sommermonate zur Bodenvorbereitung und Bodenverbesserung z.B. durch eine Gründüngung nutzen.

Unbegründet ist auch die Angst, dass eventuell auftretende Frühfröste dem Saatgut schaden. In aller Regel überleben die Keimlinge die Minusgrade problemlos die Entwicklung wird lediglich verlangsamt.